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Das Jesuitenkolleg (1575 – 1773)

Die Anfänge des Gymnasiums liegen in der Zeit nach dem Augsburger Religionsfrieden, genauer gesagt knapp 20 Jahre danach, im Jahre 1574, als der Mainzer Kurfürst Daniel Brendel von Homburg die Gegenreformation auf dem Eichsfeld einleitete.

Er erteilte zwei Jesuitenpatres die Aufgabe, in Heiligenstadt eine Schule zu gründen.

Im August 1575 stellte der Rat der Stadt auf Kosten des Kurfürsten ein geeignetes Grundstück zur Verfügung und so konnte der Schulneubau am 9. Mai 1581 bezogen werden. Die inzwischen 5 Patres unterrichteten in vier Klassen. Schule und Wohnung der Jesuiten waren in diesem Gebäude (in der Marktstraße) untergebracht und schon bald erwies sich die entstandene Enge als nicht mehr haltbar. Deshalb entstand  das von der Schule getrennte Kollegiengebäude (heute in der Kollegiengasse). Das Schulhaus zeigte eine fortschreitende Baufälligkeit und die Reparaturkosten stiegen ständig, sodass dieses wegen Baufälligkeit im Jahre 1680 abgerissen wurde.

Mit dem Neubau der Schule wurde noch im gleichen Jahr begonnen. Am 13. Dezember 1682 wurde das dreistöckige Gebäude bezogen. Die acht Klassenräume befanden sich in den ersten beiden Etagen. Im dritten Stock waren ein Saal mit Orgel, eine Bühne und Deckengemälde. Dieser wurde für Schulveranstaltungen sowie öffentliche Theateraufführungen genutzt.

Am 1. März 1739 zerstörte der große Stadtbrand auch die Schule und das Kollegiengebäude. Schon bald wurde der Wiederaufbau der Schule beschlossen und von der Kurfürstlichen Regierung in Mainz finanziert. 1740 bis 1777 diente der Neubau, das heutige Deutsche Haus, als Schule.

Am 10. September 1773 endete die Tätigkeit der Jesuiten in Heiligenstadt. Praktisch über Nacht wurden sie aus dem Kolleg und der Schule vertrieben und ihr Eigentum konfisziert. Die Mainzer Landesherren  übernahmen 1774 die Schule als Kurfürstliches Gymnasium und damit eine der angesehensten Bildungseinrichtungen im mitteldeutschen Raum.

Eine Berühmtheit erlangte besonders Athanasius Kircher, Erfinder der Laterna magica, der 1623/24 als junger Professor dort tätig war.

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