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Geografie aus erster Hand - Lernen mit Gegenwind

Am 1. und 2. September 2026 hieß es für unseren eA-Geografie-Kurs der 11. Klasse und unseren Kursleiter Herrn Jakob: Endlich raus aus dem langweiligen Klassenzimmer und ab in die Natur! Schon zu Schuljahresbeginn hatten wir mit der Planung für unsere große Exkursion am 2. September begonnen. Dafür teilten wir uns in drei schlagkräftige Teams auf: Klima, Wasser und Boden. Unsere Vorexkursion startete bereits am Dienstagnachmittag. Pünktlich um 15 Uhr trafen wir uns unterhalb der Elisabethhöhe, wo wir voll motiviert und mit einem klaren Ziel vor Augen ein Kubikmeter großes Loch ausheben wollten. Bewaffnet mit drei Spaten, einer Schaufel und einer Kreuzhacke legte unser „Bodentrio“, bestehend aus Johann, Alexander und Johannes, direkt los. Sie gruben sich durch die Erde, um die verschiedenen Bodenschichten für das morgige entnehmen der Bodenproben freizulegen. Während die Jungs ordentlich ins Schwitzen kamen, packten die Mädchen tatkräftig mit an oder nutzten die Zeit für wichtige Absprachen mit Herrn Jakob.

Neben der Planung für die anstehende Kursfahrt rückte bald eine andere, geradezu überlebenswichtige Frage in den Fokus: Was gibt es eigentlich zu essen? Die einstimmige Antwort: Pizza! Um 16.15 Uhr gaben wir die Bestellung auf, standen aber sofort vor einem logistischen Problem. Wie sollte der Lieferant uns hier draußen, an diesem abgelegenen Ort, überhaupt finden? Wir verließen uns auf unser Bauchgefühl und starteten eine kleine Aktion: Jolin und Susan schwangen sich kurzerhand auf ihre Mopeds, fuhren dem Restaurant entgegen und eskortierten den Lieferanten sicher zu unserem Exkursionsort.

Als die zwei gigantischen Partypizzen ankamen, wurde das hart verdiente Abendbrot bei klangvoller Musik regelrecht zelebriert. Und die Arbeit? Die lief wie am Schnürchen. Kurz nachdem das letzte Pizzastück verputzt war, blickten wir stolz in unser ausgehobenes Bodenprofil. Es war zwar kein ganzer Meter, aber beeindruckende 90 Zentimeter tief! Da wir das Loch deutlich schneller ausgehoben hatten als gedacht, brachen bald die Ersten auf. So endete unsere erfolgreiche Vorexkursion bereits um 17.25 Uhr.

 

Unsere eigentliche Exkursion startete am darauffolgenden Tag um 8:00 Uhr am Morgen. Mit sieben E-Bikes und sechs Fahrrädern ohne Antrieb trafen wir uns vor dem Lingemann-Gymnasium, um gemeinsam in das Abenteuer zu starten. Jedoch verzögerte sich die Abfahrt um ein paar Minuten, da Jolin Anewandter ihren Fahrradhelm zu Hause vergessen hatte. Doch dank eines netten Klassenkameraden ließ sich dieses Problem zügig beheben. Kurz darauf gab Herr Jakob die Richtung zum Westblick Heilbad Heiligenstadt vor. Bei der Ankunft brannten einigen schon die Beine und Herr Jakob war überrascht, dass keine Figuren mehr zu sehen waren. Trotz allem wurde ein entzückendes Gruppenfoto geschossen und die Reise konnte weitergehen.

Die Route führte uns anschließend weiter zur Wetterstation „Auf den Liethen“. Herr Jakob zeigte und erklärte uns die zahlreichen Messgeräte. Unter anderem erfuhren wir Neues über die Messungen des Niederschlags, des Windes und natürlich auch der Temperatur in Heilbad Heiligenstadt. Dies war vor allem für die Gruppe „Wetter und Klima“ interessant. Diese führten außerdem über den ganzen Tag hinweg alle 15 Minuten Wettermessungen an den verschiedenen Standorten durch. Sie beobachteten dabei die Temperatur, den Luftdruck, die Luftfeuchtigkeit, den Niederschlag und die Windstärke bzw. die Windrichtung.

Im Anschluss ging es Gottseidank wieder bergab in die Bahnhofstraße zur Hochwasserschutzzentrale. Dort wurde es besonders interessant für die Gruppe „Relief und Wasser“. Zu unserem Glück trafen wir dort auf echte Profis (Messtechniker), die gerade den Wasserstand und den Durchfluss für die Leine messen wollten. Freundlicherweise, ließen die zwei netten Herren uns an ihren professionellen Messgeräten teilhaben und zeigten uns, wie man die Fließgeschwindigkeit bestimmt. Amalia Hartung durfte sogar selbst mit anpacken.

Daraufhin führte uns Herr Jakob weiter über den Fahrradweg Richtung Uder zur Alten Burg. Dort wählte er den kürzesten, jedoch geeignetsten Weg mit einigen Treppenstufen Richtung Zwergenhöhle aus. Davon waren vor allem die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit ihren edlen E-Bikes besonders begeistert. Doch Herr Jakob half mit seiner reinen Muskelkraft tatkräftig nach und so erreichten doch alle angestrengt die Zwergenhöhle. Manche trauten sich, die Höhle zu betreten. Manche warteten lieber vor diesem eindrucksvollen Naturphänomen. Herr Jakob erzählte uns außerdem von der interessanten Entstehung dieser Höhle und der dazugehörigen Sage. Die Zwergenhöle ist eine Sandsteinformation aus Bundsandstein, die durch Erosion am Ende der Eiszeit entstand. Ihren Namen verdankt sie der spannenden Sage, in der Zwerge eine wichtige Rolle spielen. Alle hörten gespannt zu und waren völlig begeistert. Weiter ging es dann von dort zum Ort der wohlverdienten Frühstückspause, der Kapelle an der Bleibe.

Gestärkt und mit neuer Energie machte sich die Gruppe dann auf den Weg zum Geschehen des Vortages. Voller Elan hätte es auf diesem Weg fast einen Auffahrunfall gegeben, doch alle blieben unversehrt. Am ausgehobenen Loch angekommen, wurde es wertvoll für die Gruppe „Relief und Boden“. Sie beobachteten die Bodenschichten und entnahmen einige Bodenproben, um später die Bodenart, den Humusgehalt und den Kalkgehalt zu bestimmen. Als dies getan war, wurde das Loch wieder mit vollem Einsatz zugebuddelt. Die Fahrräder wurden dann am besagten Ort sicher stehen gelassen und Herr Jakob begann mit uns den Aufstieg zur Elisabeth-Höhe. Der Berg war steiler als gedacht. Für Herrn Jakob kein Problem, für den Rest schon. Erschöpft und hungrig sind natürlich trotzdem alle oben angekommen. Dort grub die Gruppe „Relief und Boden“ ein weiteres Bodenprofil, nur diesmal wesentlich flacher. Der Rest der Gruppe genoss bei dieser schönen Aussicht das Mittagessen, gönnte sich ein kleines Päuschen und alle konnten wieder lachen. Der Rückweg gestaltete sich dann wesentlich einfacher, vor allem mit Herrn Jakobs wertvollen Tipps zu Bergabstiegen. Die Fahrräder wurden nun wieder eingesammelt und es ging über einen sehr holprigen Weg bis nach Uder. Dort wurde sich noch einmal an der Eisdiele und im Edeka für den Rest des Tages gestärkt. Dabei kam sogar die Sonne raus und alle waren glücklich. In Uder fuhren wir dann alle zur Mündung der Lutter in die Leine. Es wurde dabei wieder interessant für die Gruppe „Relief und Wasser“. Zwischen dichtem Gestrüpp und steilem Abhang wurden dort Messungen getätigt und Wasserproben entnommen. Dazu gehörten Tests zum Nitratgehalt, zum pH-Wert und zum Härtegrad der Gewässer. Auf dem Radweg ging es dann weiter zur Mündung der Beber in die Leine. Auch dort wurde mit ordentlichem Körpereinsatz gearbeitet, wobei Amalia Hartung mit ihren Gummistiefeln im 25 cm tiefen Schlamm stecken blieb. Doch die Rettung nahte mit Schaufel und starken Mukkis.

Der letzte Stopp unserer Exkursion führte uns aus Uder hinaus zur Furt in Rengelrode. Mit unseren Fahrrädern überquerten wir mutig die Beber und der weiterfolgende Weg brachte uns zu einem mäandergekennzeichneten Bachabschnitt. Als einen Mäander bezeichnet man eine natürlich geformte Flussschlinge. Ebenfalls gut zu beobachten war der Prall- und der Gleithang des Mäanders. Dieser Abschnitt der Beber wurde daraufhin mit Gummistiefeln von Emmi Klingebiel erkundet. Bei der Dokumentation viel auf, dass das Wasser an manchen Stellen doch tiefer war als gedacht. So wurden die Gummistiefel überflutet und das Wasser reichte bis über die Knie. Nach diesem letzten Ereignis konnten alle beseelt von neuen gemeinsamen Erinnerungen und mit erschöpften, teilweise nassen Beinen den Heimweg antreten.

E. Klingebiel / A. Koch

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